Im Zusammenhang mit den Höhenangaben diverser Berge, von denen aus ich meine Bergwelt Panoramen fotografiert habe, bin ich auf unterschiedliche Bezeichnungen gestoßen:

  • Höhe über dem Meeresspiegel
  • Höhen über dem mittleren Meeresspiegel
  • Meter über Adria
  • Meter über NHN
  • Meter über HN
  • Meter über NN

Worüber ich mich immer wieder gewundert habe. Bislang war mir nur die Bezeichnung Höhe über dem Meeresspiegel geläufig. Doch gerade dieser Begriff ist nach Gesichtspunkten der Geodäsie wohl unpräzise. Sollten die Meere dieser Welt nicht gleich hoch sein?

So zum Beispiel ist Deutschlands höchster Berg, die Zugspitze von Österreich aus 27 cm höher als von Deutschland.

Tatsache: Je nach Land oder Anwendung werden unterschiedliche Höhendefinitionen und unterschiedliche Pegel verwendet

Kurz gesagt, zieht jedes Land einen anderen Pegel (Messstelle) für den mittleren Meereswasserspiegel heran. Zumeist den der nächstgelegenen Küste. In Österreich wird nach dem Triester Pegel, in der Bundesrepublik jedoch nach dem Amsterdamer Pegel gemessen. So gibt es:

  • Triester Pegel (Meter über Adria bei Triest 1875: Österreich)
  • Amsterdamer Pegel (Deutschland seit 1992 - unregelmäßig umgestzt)
  • Pegel von Marseille (Frankreich, die Schweiz und Liechtenstein)
  • Antalya-Pegel (Türkei)
  • Alicante-Pegel (Spanien)

Höhenangaben über dem Meeresspiegel - Berge werden immer höher

Scherzhaft könnte man meinen, die Berge folgen dem allgemeinen Trend zu Superlativen, wonach alles und jedes größer gemacht werden muss. In der DDR verwendete man die Angabe Höhe über Höhennormal (HN), gemessen 1958 am Kronstädter Pegel.

Die neuen NHN-Höhen sind durchschnittlich 12–15 cm höher. Grundlage der NHN-Höhen ist der Nullpunkt des Amsterdamer Pegels. Auf diesen wird in ganz Deutschland seit Ende der 1990er das Höhensystem umgestellt.

Welche Höhe zeigt mein GPS an?

Wer ein GPS-Gerät besitzt, wundert sich möglicherweise über die dort gezeigten, von Kartenangaben (Geländehöhe auf topografischen Karten) abweichenden Höhenangaben. Grund ist ein vollkommen anderes Messverfahren/Bezugspunkt: GPS verwendet ellipsoidische Höhen über dem Referenzellipsoid des World Geodetic Systems (WGS84). Diese ellipsoidischen Höhen sind in Deutschland um rund 40 Meter höher als die schwerebezogenen Höhen (NN, HN, NHN).

Fazit:

Sollte ich der Weisheit eines alten (BMSR) Lehrers folgen, der meinte:

Wer viel misst, misst viel Mist.

Hilfe naht: Die Europäische Union macht alles gleich (flach?)

Mit dem UELN wird ein einheitliches europäisches System auf Basis des Pegels von Amsterdam geschaffen.

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